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Potsdam, Französische Kirche |
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| Die Orgel der Französischen Kirche wurde 1783
für die (heute nicht mehr existierende) reformierte Johanniskirche in (Berlin-)
Spandau errichtet. Erbauer war der Orgelbaumeister Johann Wilhelm Grüneberg (1751 - 1808) aus Brandenburg/Havel. Er gehört zu einer aus der Region um Magdeburg stammenden und später in Pommern ansässigen Orgelbauerfamilie, die bis um 1945 in Stettin und Greifswald Orgelbauwerkstätten betrieb und einen ausgezeichneten Ruf besaß. |
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| Die Orgel blieb mehr als einhundert Jahre im
Wesentlichen unverändert und wurde 1902 beim Abbruch der Spandauer
Johanniskirche in die kleine Kirche des Dorfes Bärenklau bei Oranienburg
umgesetzt. Dabei ist das Instrument aber um einige Register verkleinert
und klanglich verändert worden. 1918 wurden die im Prospekt stehenden
Pfeifen für Kriegszwecke beschlagnahmt. Später verursachte ein
Wassereinbruch schwere Schäden. Um 1980 war die Orgel in einem so schlechten Zustand, daß sie nicht mehr bespielt werden konnte. 1984 wurde beschlossen, die Orgel zu restaurieren und in der Französischen Kirche in Potsdam aufzustellen. Die von der Firma Schuke/Potsdam durchgeführte Restaurierung begann 1990 und konnte nach Unterbrechungen im Herbst 2000 endlich abgeschlossen werden. Das Gehäuse und die gesamten technischen Teile (Klaviaturen, Traktur-Mechaniken, Windladen, Ventile) sind vollständig und das Pfeifenwerk zu etwa 50% original erhalten. |
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| Die Grüneberg-Orgel besitzt, gemessen an
ihrer Größe, eine erstaunliche klangliche Vielfalt. Handwerklich ist
dieses Instrument noch ganz in der hochbarocken Tradition von Joachim
Wagner gefertigt. Jedoch in der Disposition und im Klang beschritt Joh.
Wilhelm Grüneberg neue Wege: Für die damalige Zeit ganz ungewöhnlich ist die Disponierung von zwei Flötenregistern in 8'-Lage neben dem Principal 8', und dies unter Verzicht auf ein 4'-Register im Weitchor. Dafür gibt es in unserem Raum keine Entsprechnung. Diese Parallelität von Grundregistern ist gleichsam eine Vorwegnahme der im 19. Jahrh. angestrebten Klangcharakteristik und führt zu einem warmen Gesamtklang. Doch leztlich überwiegt der frische und deutlich zeichnende Klang der Wagner-Schule. |
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| Der Stimmton der Orgel liegt etwa einen Halbton über dem heute gebräuchlichen Kammerton. Die Stimmungsart des Instrumentes ist nicht "wohltemperiert" sondern ungleichschwebend nach einem im 18. Jahrhundert gebräuchlichen Stimmschema (Kirnberger II). Die Orgel eignet sich deshalb ganz besonders zur Wiedergabe von Orgelmusik des 18. Jahrhunderts. | ||
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Bilder und Info: Frauke Mekelburg. |
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| Die heutige Disposition: | ||
| Manual: (C, D-d3) 1. Principal 8' 2. Gedackt 8' 3. Rohrflöte 8' 4. Cornett 3fach ab c' 5. Octav 4' 6. Nassat 3' 7. Octav 2' 8. Mixtur 4fach 9. Trompete 8' ab c' |
Pedal: (C, D-c1) 10. Subbass 16' 11. Violonbass 8' 12. Octav 4' 13. Posaune 8' |
Nebenzüge: ---------- zwei Sonnen Kanaltremulant Sperrventile Calcantenglocke Tonhöhe: a' 452,9 Hz Stimmung nach Kirnberger lI |
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