Bimmen, Katholische Pfarrkirche Sankt Martinus

Foto’s: Wim Verburg – 2002

Dieter Paesens schreibt über die Geschichte dieser Orgel: (in: Von einst bis jetzt, sieh unten bei***)
Die Heynemann-Orgel in St. Martinus Bimmen wurde 1778 durch den Orgelbauer Antonius Friedrich Gottlieb Heynemann erbaut. Sein Vater war vermutlich ebenfalls Orgelbauer. Von ihm sind im hessischen Raum noch etliche Werke erhalten. Im heimischen Laubach dürfte Heynemann von seinem Vater erste Kentnisse über den Orgelbau erhalten haben. Seine Werkstatt richtete Heynemann später aber im niederländischen Nijmegen ein. Heynemann galt in Fachkreisen als angesehener Orgelbauer, der “kundig”, “beroemd” und “Meester Orgelmaker” genannt wurde.”

“Insbesondere seine Restaurierungsarbeiten, so z.B. in Gouda oder ‘s-Hertogenbosch, stieβen auf positive Resonanz. Auf Grund der Auftragslage war er hinsicht- lich Orgelneubauten jedoch nur mit kleinen Arbeiten betraut, die er im Stile des Rokoko errichtete. So auch die Bimmener Orgel: Es handelt sich hierbei um eine einmanualige Schleifladenorgel mit sieben Registern, die ursprünglich ohne Pedal gebaut wurde (Positiv). In der Disposition finden sich überwiegend Register auf 4′- und 2′-Basis, die eine für die Zeit typisch helle Klangfarbe erzeugen. Im 19. Jahrhundert wurde die Orgel gering- fügig verändert. An die Stelle der Quinte 3 rückte ein Melophone 8′(diese Bezeichnung kam erst im 19. Jh. auf) und der Dulciaan 8 wurde durch einen Salcional 8’ ausgetauscht.

***: Von einst bis jetzt, Tijdschrift van de Heemkundekring “De Duffelt”.

1983 wurde die Heynemann-Orgel durch die Orgelbaufirma Verschueren in Heythuysen, NL (…) nach dem Grundsatz, so viel wie möglich zu erhalten und so wenig wie möglich zu erneuern, restauriert. Der Dulciaan 8 wurde rekonstruiert, die Mixtur 2-fach um einen dritten Chor ergänzt und – dem Wunsch der Gemeinde entsprechend – eine Pedalklaviatur angehängt. Zur ursprünglichen Substanz der Orgel zählt das Gehäuse, die Windlade, fünf Register unddie Registerknöpfe mit Porzellanschildchen (sechs von sieben). Nicht ursprüng- lich ist die Klaviatur sowie zwei der Register und das Pedal (s.o.) Der Abgeschiedenheit von Bimmen verdankt es die Orgel, erst spät ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten zu sein. Sünden der Restaurierungen in den 50-er und 60-er Jahren, die meist nicht am historischen Vorbild orientiert waren, blieben ihr somit erspart. Auch im ersten Weltkrieg blieb die Orgel während des Orgel- und Glockenvernichtungsjahre 1917 von Zerstörung und Zweckentfremdung verschont.”
Die Disposition der unter Denkmalschutz stehende
Orgel:
Bourdon 8
Praestant 4
Fluit 4
Melophone 4
Octaaf 2
Mixtur 2 st.
Dulciaan 8
Manualumfang: C-f3
Pedalumfang: C-f0