Wittlich, St. Markus

   
   
  Die Disposition der Klais-Orgel (1958), teilweise Breidenfeld, 1848:
Hauptwerk: (C-f3)
Bordun 16 *
Principal 8
Flaut travers 8 *
Gedackt 8 *
Oktav 4 *
Quintadena 4
Quinte 2 2/3 *
Oktav 2 *
Sifflöte 1
Cornett 5f *
Mixtur 5f *
Trompete 8

Schwellwerk: (C-f3)
Stillgedackt 8 *
Gamba 8
Principal 4
Gemshorn 4 *
Schwegel 2
Sesquialter 2f
Scharff 3-4f
Oboe 8
Tremulant
Rückpositiv: (C-f3)
Suavial 8
Koppelflöte 8
Rohrflöte 4
Principal 2
Gemsquinte 1 1/3
Jauchzendpfeife 2f
Stabspiel 3f
Krummhorn-Regal 8
Tremulant

Pedal: (C-f1)
Principal 16
Subbass 16
Bordun 16 (transm)
Oktav 8
Rohrgedackt 8
Oktav 4 *
Choralflöte 2
Mixtur 4f 
Posaunenbass 16
Trompete 8
* = Breidenfeld, 1848


Koppeln: 3-2, 1-2, 3-2, 1-P, 2-P, 3-P
Superkoppeln: 3-P,
3-3, 2-2, 1-1
Subkoppeln: 3-3, 2-2, 1-1
Zwei freie Kombinationen, Tutti.

Das Werk hat Schleifladen mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur in den Manualen und Kelgelladen mit elektrischer Traktur im Pedal.
 
   
Die Orgel in der Pfarrkirche St. Markus geht auf das Jahr 1769 zurück. Die Hofrätin Maria Theresia Fier aus Wittlich und andere „Guttäter“ hatten die erforderlichen 1664 Taler zu ihrer Errichtung gestiftet. Als Orgelbauer sind Peter und Nikel Schreiber aus Dusemond an der Mosel (jetzt Brauneberg) belegt. Die Orgel hatte nach 1769 32 Register, verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedalwerk. Die für den Moselraum und auch für die Zeit um 1770 untypische Prospektform deutet auf eine Orgel des 17. Jahrhunderts aus Norddeutschland hin. Denkbar ist, dass Joh. Matthias Schreiber, ein Onkel von Peter und Nikel Schreiber und seit 1750 Orgelbauer in Glückstadt bei Hamburg, die Orgel 1769 nach Wittlich vermittelte, oder aber auch deren Bau maßgeblich beeinflusste. 1848 fand ein einschneidender Umbau durch Wilhelm Breidenfeld aus Trier statt. Das Rückpositiv wurde durch ein Unterwerk ersetzt, und der Spieltisch wurde der damaligen Gewohnheit entsprechend an die Seite des Hauptgehäuses verlegt. Die Disposition wurde ebenfalls dem Zeitgeschmack angepasst. Ein weiterer großer Umbau war der von 1958
durch den Bonner Orgelbauer Johannes Klais. Dabei ging man dyvon aus, dass der Zustand von 1848 der ursprüngliche sei. Durch Hinzufügung eines leider unbarocken Rückpositives als drittem Teilwerk der Orgel sowie durch Verlegung des Spieltisches an die Vorderseite des Hauptgehäuses wurde 1958 ein Bauzustand ähnlich dem von 1769 hergestellt. Allerdings nun mit einem Schwellwerk als drittem Teilwerk der Orgel sowie mit einer gänzlich neuen Disposition. Ein grossteil der Pfeifen von Breidenfeld blieb dabei glücklicherweise erhalten.
   
Foto und Info: Adrian Caspari © 2006 Home
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