Neuss, Hl. Dreikönige

   
   

   
   

   

Fotos: Hermann Moseler

   

   

Orgel wurde aufgebaut in 2002. Foto: Michael Führer

 
   
Die erste Orgel in Hl. Dreikönige

Bis zum Ende des 19. Jh. gab es in Neuss nur die Pfarre des Quirinusmünsters. Im Zuge des starken Wachstums der Stadt wurden nördlich 1888 St. Josef (Furth) und 1902 St. Marien errichtet. Süd­westlich entstand 1909 bis 1911 die Dreikönigenkirche. Ein großer Teil ihrer Ausstattung wurde zunächst aus der profanierten Hospitalkirche in der Brückstraße übernommen. Neben dem neogotische Aufsatz des Hochaltars, Beichtstühlen und Kanzel kam von dort auch die Orgel, ein bescheidener Instrument, auf dem zuletzt „die Seminaristen des Königlichen Lehrerseminars geübt hatten“ [1]. Mit der Orgel wurde auch ihr Organist, Peter Becker von der Hospitalkirche übernommen. Dieses Instrument stand in der nördlichen Ecke der damals eine Treppenetage höher liegenden Westempore derart, dass es die Ecke bis zu der kleinen Tür füllte, die auf das Gewölbe der Tauf­kapelle führte. Der Blasebalg musste noch von Hand gepumpt werden, wozu auch im Krieg noch Messdiener eingeteilt wurden (manche erinnern sich noch an Peter Beckers Aufforderung „Jung pump“ – jener verstarb übrigens im Januar 1944[2], nicht wie in (1), S. 17 irrtümlich angegeben 1914). Die alte Orgel wurde dann von Walcker in Zahlung genommen: Die neue Orgel sollte ent­sprechend dem Auftrag vom 27. 5. 1940 RM 29.438.- kosten, „abzüglich alte Orgel 15.10.1941 RM 2.200.- ”[3]. Als die alte Orgel nach dem Krieg abgebaut wurde, stellte man sie zuerst bei Bauer Keuten unter. Näheres über dieses Instrument ist bisher nicht bekannt.

Ausstattung der Kirche
„Nachdem 1919 die Thorn Prikker-Fenster eingesetzt worden waren, trug man sich bereits im nächsten Jahr mit der Absicht, die noch fehlende künstlerische Ausgestal­tung der Dreikönigen­kirche zu vervollständigen.“[4] Am 11.6.1922 erhielt die Kirche wieder 4 neue Glocken. Am Ende der wirtschaftlich schwierigen 20-er Jahre, die sogar Haussammlungen für die Bezahlung der Kir­chenangestellten nötig machten, konnten durch eine Spende des Fabrikanten Josef Groove die Fenster durch Thorn Prikker vervollständigt werden. Letzterer konnte dann auch 1931 noch die Kirche ausmalen. Weiter stiftete Groove 1932 die Madonna von Ruth Schaumann. „1936 ersetzte ein neuer von Dominikus Böhm entworfener Hochaltar den noch aus der ehemaligen Hospitalkirche stammenden Altar...Zu Weihnachten 1938 vervollstän­digte eine von Bildhauer Dinnendahl, Telgte, aus einer Silberlegierung geformte Kreuzigungsgruppe das neue Bild des Chores. Auch für diese Ausstattung wurden erhebliche Beträge aus der Gemeinde gestiftet.“[5] Nun konnte man an das nächste große Ausstattungsstück gehen: eine dem Kirchenbau angemessene Orgel. Der Lehrer Josef Krey, der seit 1923 den Kirchenchor leitete, ging mit einer Liste herum, um Spenden für die Orgel zu sammeln. Beraten wurde Pfarrer Langenbach von Kaplan Schorn, der schon am Dreikönigentag 1935, als der Kirchenchor sein 25jähriges Be­stehen mit der Uraufführung der Festmesse zu Ehren der Hl. Dreikönige von Theodor Pfeiffer beging, das Festhochamt zelebriert hatte (2).

 
Die Walcker-Orgel: Bestellung 1940, Anlieferung, Kriegsjahre
Am 27.5.1940 erhielt die Firma E. F. Walcker & Cie. Orgelbau, Ludwigsburg (Württemberg), damals die größte Orgelbaufirma, den Auftrag, eine neue Orgel für die Dreikönigenkirche zu bauen. Im Pfarrarchiv[6] sind dazu noch die beiden Zeichnun­gen Nr. 16810a vom März 1940 und Nr. 16871 vom 18.5.1940 erhalten, welche die alte Empore voraussetzen und das Werk mittig unter der Fensterrosette platzieren.

   
„Die...bis auf einen geringen Betrag aus Spenden finanzierte Orgel, ein Werk mit 50 klingenden Registern, langte Anfang August per Schiff im Neusser Hafen an. In der Nacht nach dem Entladen wurde die Stadt von einem heftigen Fliegerangriff heimgesucht, der auch das Lagerhaus von Cretschmar, in dem die Orgel untergebracht war, in Brand setzte. Da man einsehen mußte, daß es sinnlos war, die neue Orgel unter den derzeitigen Verhältnissen in die Kirche einzubauen, brachte man sie im Silo der Hansamühle in Sicherheit, wo sie denn auch den Krieg ziemlich heil über­stand.“[7]

Letztere Bemerkung wird von der Aussage von Dr. Heinz Becker relativiert, der sich noch gut daran erinnert, wie die Orgel in der zweiten
Maihälfte des Jahres 1945 aus der Hansamühle herausgeholt wurde: Unter der Regie von Franz Fabrizius und auf der „Kappeskaar“ des Bauern Keuten wurden die Kisten u.a. mit den damaligen Messdienern aufgeladen und in die Dreikönigenkirche, zunächst unter die Empore geschafft. Becker: „Uns sind unten in der Hansamühle die Ratten über die Hände gesprungen, es war schrecklich. Die Kisten hatten im Wasser gestanden, waren regelrecht verschlammt, auch angefault, die Ratten hatten dran genagt, die Holzkisten hatten sich auch gelöst zum Teil, sie sahen entsetzlich aus.“ Die großen Kisten mit 8’ und 16’-Pfeifen wurden auf einen alten Plateauwagen des Bauern geladen, für den der Zimmerer Hellendahl noch einige Holmen anfertigte. „Es mussten immer welche nebenher gehen, damit nichts runter- und rausfiel, weil die Kisten so demoliert und auseinandergefallen waren.“

Aber auch in der Kirche waren die Orgelpfeifen noch nicht sicher untergebracht: Josef Schorn, der damals auf der Jülicher Straße wohnte, berichtet: „Da sind die Kinder mit den Pfei­fen auf die Straße gelaufen und haben damit geblasen.“ Es wurden aber alle Pfeifen wieder eingesammelt. Im weiteren Verlauf des Jahres 1945 wurden die Orgelkisten dann im Heizungskeller der Kirche unter­gebracht. Obwohl dieser Lagerungsort nicht ganz ungefährlich war, da es sich um eine Vielstoff­heizung handelte, in der Kartof­felschalen, Kohlenstaub, Holz etc. verfeuert werden konnte, nahm die Orgel, die dort bis zu ihrer Rücksendung in die Orgelbaufirma Walcker im Jahre 1948 blieb, keinen weiteren Schaden.

Kriegsschäden an der Dreikönigenkirche, Wiederherstellung
„Bis gegen Ende 1944 war die Dreikönigenkirche bei den Luftangriffen verhältnismäßig glimpflich davongekommen. Dann aber zerstörte am 6. Januar 1945 eine Luftmine das Dach und alle noch verbliebenen Fenster. Von der Kirche war nur noch ein Seitenschiff zu benutzen“[8] (das rechte). Am 17. Februar 1945 starb der seit Herbst 1944 schwer erkrankte Pfarrer Langenbach. Am 29. April 1945 wurde Peter Richrath als neuer Pfarrer eingeführt. „Finanzielle Opfer und freiwillige Mitar­beit von Pfarrangehörigen ermöglichten eine provisorische Herrichtung des Kirchen­raumes...Alle mühseligen Versuche, den Wiederaufbau der Kirche voran­zutreiben, machte ein neues Unglück zuschanden, als am 28. Dezember 1945 der größte Teil des morschgewordenen Gewölbes herunterstürzte...Professor Dominikus Böhm er­hielt den Auftrag, anstelle des Gewölbes, das man ursprünglich in der alten Form wiederherzustellen gedachte, eine neuartige, hängende Gewebedecke zu entwerfen, die nicht nur
   
billiger war, sondern auch aus stati­schen Gründen vorgezogen wurde.“[9] Das Pfarrarchiv[10] enthält neben einer Schnittzeichnung vom März 1947 zur Decke eine Bauzeichnung Böhms vom Mai 1948 zur neuen Westempore in 3-facher Aus­führung. Am 24. 8. 1948 folgt hierzu ein weiterer Entwurf. Als Alternative ist eine Zeichnung Böhms vom 12. 10. 1948 erhalten, die im rechten Querschiff eine Empore mit der Orgel und
im linken Querschiff eine Empore für den Kirchenchor vorsieht. Am 17. November 1948 fand eine Besprechung mit dem Beratenden Ingenieur W. Zeller aus Stuttgart statt, bei der bezüglich der neuen Gewebedecke „festgelegt wurde, daß das Gehänge mit einem Sägemehlzuschlag hergestellt werden soll“[11] um damit eine leichte Schallschluckwirkung zu erreichen. In seinem Gutachten macht Zeller auch klar, dass eine Anordnung von Chor und Orgel auf gegenüberliegenden Emporen dazu führen würde, „daß Chorgesang und Orgelbegleitung akustisch ausei­nanderfällt“(11). Während die bisher genannten Entwürfe alle einen Orgelprospekt vor­sehen, der ähnlich wie bei Walckers Zeichnungen von 1940 mit der ganzen Breite ihres Freipfeifenprospekts vor der Rückwand steht, zeigt Böhms Zeichnung vom 1. 2. 1949 eine zweigeteilten Prospekt, dessen Seiten bis
an die Empo­renbrüstung her­anreichen. Statt der Fensterrosette ist hier in der Mitte ein großes romanisches West­fenster bis auf die Empore heruntergezogen.[12] Für die Betonempore enthält das Pfarr­archiv einen Nachtrag vom 6. 2. 49 der Ingenieure Weiss und Wolf aus Köln-Roden­kirchen zur statischen Berechnung vom 11. 9. 48, mit einer detaillierten Zeichnung der Bewehrung vom 9. 2. 49. Hier lesen wir u.a.: „Als Fundament sind die Betonkörper der alten Steinsäule vorhanden, die früher die gewölbte Orgelbühne trugen“[13]. Am 15. 2. 49 schreibt Böhm an Pastor Richrath: „Gestern erhielt ich von der Fa. Walcker Nachricht, nach der die Lösung der Orgel grundrißlich für möglich gehalten wird. In einer Zeichnung bringt sie einen Vorschlag für einen Orgelprospekt, den ich jedoch noch etwas ändern will. Ich möchte Ihnen dies mitteilen, damit Sie ohne Sorge mit dem Bau der Orgel­empore beginnen können.“[14] Im Pfarrarchiv[15] gibt es eine undatierte Zeichnung, die schon etwas Ähnlichkeit mit dem dann verwirklichten Prospekt hat. Allerdings ist hier der Grundriss eckig, die Pfeifen sind teils kürzer und die Fensterrosette hat ein Kreuz (wie auf dem Foto in „Heilige Dreikö­nige Neuss“, 1969, S.42). „Zu Ostern 1949 waren die größeren Instandsetzungsarbeiten an der Kir­che abgeschlossen. Nun konnten die in Sicherheit gebrachten Chorfenster an ihren alten Platz zurückkehren.“[16]

Einbau der Orgel
Nachdem Walcker am 25. November 1948 Zeichnungen, Disposition und Verzeichnisse der gelieferten und der noch ausstehenden Orgelteile (Prospektpfeifen, kleinere Pfeifen, Zungenregister und Ventilator) nach Neuss geschickt hatte,[17] wurden Anfang Dezember 1948 die in Neuss lagernden Kisten zu Walcker nach Ludwigsburg zurückgeschickt. Als nächstes im Pfarrarchiv erhaltenes Dokument finden wir einen ausführlichen Brief Walckers vom 17. Februar 1949 mit der Verrechnung des alten und des neuen Auftrags, sowie dem Bericht über den Zustand der Orgelteile, den ich hier komplett wiedergebe.
   
Geliefert hatte Walcker für 23.233.- RM, angezahlt waren 1940 und 1941 insgesamt 21.500.- RM. Der Rest von 1.733.- RM wurde als 173.30 DM bewertet. Allein für die Reparatur der beschädigten Teile wurden 11.050.- DM berechnet, mit neuen Prospektpfeifen, Anlieferung und Aufstellung ergibt sich eine Gesamtsumme von 21.323.30 DM.

Am 17. Mai gab es ein erstes Schreiben Walckers wegen des u.a. für
die Prospektpfeifen benötigten Zinks. Es kam dann zu einer großen Lieferung der Firma Groove & Welter für die Walcker am 2. 11. 1949 eine Rechnung über 7.452.85 DM erhielt, die er mit seinen Forderungen für den Orgelbau mit der Dreikönigengemeinde, wo ja Herr Groove im Kirchenvorstand war, verrechnen wollte.[18]

Am 8. August 1949 schreibt Böhm an Pastor Richrath: „Anfang Juli besuchte mich Herr Hillebrand von der Fa. Walcker zwecks Rücksprache über die endgültige Anordnung Ihrer Orgel. Seither habe
ich nichts mehr gehört und es würde mich interessieren, ob sich die Fa. inzwischen mit Ihnen in Verbindung setzte.“ In einem Schreiben dessel-ben Tages an Walcker heißt es: „Langsam erholen wir uns aus unseren Finanzschwierigkeiten, in die wir durch die Wiederherstellung der Kirche geraten waren, sodass wir nun auch endlich an die Aufstellung unserer Orgel denken können.“(18) Walcker antwortet am 12. August: „Wir beginnen bereits mit der Aufstellung der Orgel in unserer Montagehalle, da es uns nicht mehr länger möglich ist, die einzelnen Orgelteile hier zu lagern.“
   
Es gab aber noch Unstimmigkeiten wegen der auf die Orgelempore führenden Türe, deren enges Maß auch heute noch gelegentlich stört. Walcker erklärt dazu am 28. September: „...leider ist es nicht möglich, das Mass an der linken Seite zu verringern, da die Windladen ja von der alten Orgel her ihr gewisses Mass haben und nicht verkürzt werden können. Um zu einer Lösung zu kommen, wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Türe nach vorne zu verschieben. Es wäre sehr schön, wenn wir die Orgel bis Weihnachten in der Kirche aufstellen könnten.“ Weitere Schreiben Walckers vom 7. Oktober betreffen den Aufbau von Podium und Orgelgehäuse. Im Brief vom 2. 11. schreibt Walcker: „Wir denken, daß wir mit dem Orgeleinbau in der Kirche Anfang März 1950 beginnen können.“ Pastor Richrath schreibt daraufhin „Ich bin sehr erstaunt, daß Sie ohne jede weitere Begründung den Termin der Aufstellung auf Anfang März verschieben.“[19] Am 15. November, dem Tag an dem Stephan Paffendorf als neuer Organist an Hl. Dreikönige angestellt wurde, erklärt Walcker daraufhin, dass „wir in der Zwischenzeit einen Exportauftrag annehmen mussten, bei dem nach den Verschiffungsdokumenten sofortige Bezahlung gewährleistet ist. In Anbetracht der heutigen allgemeinen finanziellen Lage werden Sie verstehen, dass wir in Anbetracht dieses Umstandes alle anderen Aufträge zurückstellen mussten.“

Am 18. Januar 1950 schreibt Walcker dann: „...teilen Ihnen mit, dass der 1. Teil der Orgel bereits fertig ist und in den nächsten Tagen zum
Versand kommt. Es handelt sich um den linken Teil mit Spieltisch.“ Am 21. Februar schreibt Pastor Richrath: „Mit dem, was wir jetzt von der
Orgel sehen, sind wir sehr zufrieden, auch mit der fleißigen Arbeit Ihrer Monteure.“ Am 27. Februar bestätigt Walcker die erste Teilzahlung von 3500.- DM, am 3. März verlässt der 2. Teil der Orgel die Werkstatt und am 13. März erhält Walcker die zweite Teilzahlung. Am selben Tag teilt Walcker mit, „dass wir alles daran setzen werden, die Orgel bis Ostern spielfertig aufgestellt zu haben. Herr Hartmann wird so zeitig wieder nach Neuss kommen, dass er die Intonation der Orgel in Ruhe vornehmen kann. Es sind ja jetzt wieder 2 Orgelbauer dort beschäftigt.“[20]

Orgelweihe Ostern 1950, Organist Stephan Paffendorf
„Am Karsamstag des Jahres 1950 erklang dann die neue große Orgel bei der Auferstehungsfeier erstmalig mit vollem Werk und erhielt am 23.
April ihre Weihe durch den hochw. Herrn Dechanten Liedmann; bei diesem Anlaß hielt Pfarrer Schorn aus Vilich bei Bonn, der seiner Zeit Pfarrer Langenbach bei der Projektierung der Orgel beraten hatte, die Festansprache.“[21] Der Dreikönigenchor sang bei dieser Feier unter Leitung von Josef Krey einige Chorsätze und Stephan Paffendorf spielte große Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, César Franck und Max Reger.

Josef Schorn hatte Stephan Paffendorf schon früher kennengelernt: „Ich hab den kennen gelernt als Soldat in Berlin, da waren wir beide zusammen bei den schweren Panzerjägern, er kam da als Funker hin, ich als Pionier... Und als er dann hier war, haben wir uns umarmt, als wir uns wiedererkannt haben.“[22] Dr. Heinz Becker ergänzt „Hänschen Kenn, vom Stein-Platz war ja Kaplan hier, und der wusste nie, ob in einer Messe Credo war oder nicht, und wenn Paffendorf sah, dass Hänschen Kenn verzweifelt nach oben guckte, hat er gemorst „Credo ja“ und Hänschen Kenn wusste Bescheid.“ Paffendorf hatte auch eine Schwester, die gut singen und Orgelspielen konnte. „Wenn die mit den Stöckelschuhen übers Pedal flog, waren alle begeistert, und wenn die Kirche leer war, wurde auch mal ein Swing gespielt.“ Josef Schorn machte schon in den 50er
Jahren Tonaufnahmen von Chor und Orgel und half Paffendorf auch bei Reparaturen an der Orgel. Er erzählt: am Heiligen Abend rief Paffendorf mich an: „Jupp, du muß jetz komme, der Orjel däd et alt widder nit“... „da han die de Kirch en bischen eingeheizt für die Mette und da waren die Kontakte von den Relais feucht geworden, da hab ich die alle schön sauber gemacht mit ganz feinem Schmirgel.“ Schorn half Paffendorf auch oft, indem er die Tasten hielt, wenn dieser die Orgel stimmte. Es gab auch unerwartet auftretende Fehler. Maria Hummelt erzählt: „Einmal hat er ein Orgelkonzert unterbrochen, war da oben was am richten und spielte nachher weiter.“
   
Reparaturen und Umbaupläne in den ersten Jahren
Schon am 29. Juni 1951, 14 Monate nach der Orgelweihe schickte Walcker einen ausführlichen Kostenanschlag von insgesamt 2835.- DM über die Umintonation bzw. neue Zusammenstellung von 9 Registern (davon 7 Mixturen), die Professor Bachem (der früher Domorganist und Lehrer
von Stephan Paffendorf war) angeregt hatte. Walcker schreibt dazu: „Die Vorschläge entspringen den neuen Erkenntnissen, welche man in den letzten Jahren über die Funktion dieser gemischten Stimmen gewonnen hat. Wenn die Pfeifen jetzt gebaut würden, hätten wir uns natürlich auch der neuen Geschmacksrichtung angepasst, aber die Register wurden schon vor 9 Jahren gebaut.“[23] Am 24. 9. 1952 bietet Walcker den Einbau eines Drehstrommotors statt des gelieferten Gleichstrommotors für das Gebläse an.

Vom 23. und vom 30. 6. 1959 gibt es Kostenanschläge für die Erneuerung von Mixtur und Cymbel im Hauptwerk, sowie Scharff und Terzzimbel im Positiv mit neuen Pfeifen aus Naturguss (3.480.- DM), sowie für das Austuchen der Klaviaturen (495.-DM). Am 6. Juli 1959 schreibt Pastor Richrath: „Ich...bestelle den Umbau der Mixturen zu einem Gesamtpreis von DM 3.480.- ...Wegen des Goldenen Jubiläums unseres
Kirchenchores bitte ich die Arbeiten bis zum 15.10. d.J. auszuführen und eine Hauptstimmung damit zu verbinden.“(23)

Am 5. November 1960 starb Pfarrer Richrath. Als sein Nachfolger wurde am 26. Februar 1961 Pfarrer Heinz-Werner Ketzer eingeführt. „Das goldene Pfarrjubiläum, das eigentlich im Herbst 1961 anstand, wurde wegen der geplanten Ausmalung der Kirche durch Prof. Kadow, Krefeld,
um ein Jahr verschoben. Lange standen die Gerüste in der Kirche, also auch auf der Orgelempore.“[24]

Am 11. Juni 1963 schickt Walcker einen „Kostenanschlag über gründliche Ausreinigung, Nachintonation und Stimmung“ der Orgel für DM 6.480.- und schreibt dazu: „Ausser der normalen Ausreinigung sind noch zusätzliche Arbeiten, bedingt durch Austrocknung durch die Heizung, erforderlich, die sich aber erst nach dem Auseinandernehmen der Orgel feststellen lassen.“ Der Kirchenvorstand beschließt am 20. 8., diese Arbeiten durchführen zu lassen. „Die Arbeiten an der Orgel wurden durch die Renovierungsarbeiten und Behebung der Kriegsschäden in der Kirche notwendig“[25]

Ein gut formuliertes Schreiben an den Kultusminister des Landes vom 2. November mit der Bitte um einen Zuschuss von 6000.- DM beantwortete dieser am 13. November mit einer Zusage. Der Auftrag wurde am 15. November erteilt, die Durchführung der Arbeiten für Januar 1964 geplant.

Am 24. Februar 1964 erteilte Pfarrer Ketzer dann zusätzlich den Auftrag für den Einbau einer neuen Schleiflade für DM 8.200.-. Dieser Austausch verzögerte sich aber bis zum Oktober 1964 und erst nach Vorlage der Abschlussrechnung konnte der Zuschuss des Landes am Jahresende ausgezahlt werden.[26] Am 5. August 1966 schreibt Walcker, dass die Orgel gestimmt werden soll. „Außerdem sind an der neu eingebauten Windlade einige Störungen an den Schleifen zu beheben. Dafür müssen wir die Register abtragen.“ Laut Vermerk wurde der Auftrag dazu (für DM 650.-) am 7. August 1966 erteilt.

Am 30. Oktober 1972 wurde beschlossen, das Pedal mit neuen Relais zum Preis von DM 1.280.- zzgl. Einbau auszustatten. Die letzte Maßnahme zu der sich in der alten Orgelakte Unterlagen finden, ist die Erneuerung des Gebläsemotors für DM 4.600.- entsprechend dem Angebot vom 16. Juli 1976. Da der neue Motor nicht mehr im schlecht zugänglichen Gewölbe über der Taufkapelle aufgestellt wurde, kam noch ein neuer Regulierbalg für DM 1.100.- dazu. Als dieser Umbau am 9. Dezember 1976 abgeschlossen war, beklagte man Störgeräusche.
   
Später wurde statt der Vox coelestis im Schwellwerk ein Nasard 2 2/3' eingebaut und die Oboe stärker intoniert; dabei tauschte man die Pfeifen der dreigestrichenen Oktave mit der Trompete des Hauptwerks. Mit den Jahren nahmen auch die Defekte in den Windladen immer mehr zu und Paffendorf führte auch hier viele Reparaturen durch, obwohl dies mit großem Aufwand verbunden war: Bei den meisten Laden mit stehenden Taschen befand sich unter jeder Pfeife eine kleine Ledertasche, an der man aber erst arbeiten konnte, wenn man vorher die Pfeifen abgeräumt und die zugeklebte Lade aufgeschnitten hatte. Daher hatte Paffendorf den Wunsch, die ganze Orgel auf Schleifladen umstellen zu lassen.

Kirchenrenovierung 1980-1986
Pfarrer Ketzer, der seit dem 7. Mai 1977 den Titel Monsignore trug, wurde am 1. September 1978 in Köln zum Dompropst gewählt. Am 25. September 1978 wurde Karl Franssen zum Pfarrer an Hl. Dreikönige ernannt, 4 Tage danach auch zum Stadtdechant für das Stadtdekanat Neuss. Am 19. November wurde der neue Dompropst verabschiedet und am 26. November Pfarrer Franssen eingeführt. „Im Jahre 1980 beginnen die Vorarbeiten zur Renovierung der Dreikönigenkirche, nachdem die Thorn-Prikker-Fenster des Chores schon renoviert und gesäubert wieder eingebaut sind. Begonnen werden soll mit dem Umbau der Heizung. Die in diesem Zusammenhang zu lösenden Fragen der Wärmeisolierung offenbaren bei näherer Untersuchung den schlechten Zustand der gesamten Bausubstanz und geben der Befürchtung recht, daß alle Renovierungsarbeiten wesentlich umfangreicher werden als ursprünglich vorgesehen.“[27] Die Kirchenrenovierung wurde unter der Leitung von Dipl.-Ing. Walter C. Nitsch durchgeführt.

Karl Franssen, der am 17. Februar 1982 zum Monsignore ernannt worden war, beging am 2. Februar 1984 sein Silbernes Priesterjubiläum. „Als Geschenk hat der Jubilar sich drei Dinge gewünscht: Zuwendungen für die Kirchenrenovierung, insbesondere für die Orgel, für die Partnergemeinde aus Anda und für das Kinderheim in Bethlehem.“[28] Zum Jahresanfang 1985 „erreichen die Renovierungsarbeiten das Innere der Kirche. Die Chorwand verschwindet hinter einer Blendwand aus Holz. Zu Beginn der Ferien wird die Kirche ganz geschlossen und die Gottesdienste finden im Pfarrsaal statt. Ab Schützenfestsonntag steht das Kircheninnere für die Sonntagsgottesdienste zur Verfügung, wochentags bleibt es beim Pfarrsaal. Jede Woche wird freitags die Kirche durch Freiwillige gesäubert“.[29] Die Orgel war nicht Bestandteil der Renovierung. Sie wurde bei dieser großen Kirchenrenovierung zwar abgedeckt, danach aber nicht professionell gereinigt. In den an den Wänden stehenden Pfeifen konnte man viel Staub und abgeblätterte Farbe finden.

Plan Michael Führers zum Umbau der Orgel
Nachdem Stephan Paffendorf nach Vollendung seines 65. Lebensjahrs Ende Februar 1989 pensioniert worden war, wurde ich am 1. Mai 1989 Organist und Chorleiter an Hl. Dreikönige. Im Einstellungsgespräch sicherte mir Pastor Franssen zu, man wolle bei der Renovierung der Orgel „Nägel mit Köpfen machen“. Wie meinem Vorgänger und vielen Neussern gefiel mir der Klang der Orgel von Anfang an sehr gut. Auch die Aufstellung mit dem Platz für den Chor in der Mitte, vor einer steinernen Rückwand, die den Klang gut
nach unten befördert, fand ich ideal. Von Anfang an aber war mir klar, dass mit diesem alten System von Taschenladen und Membranladen und der verschlissenen elektropneumatischen Traktur keine Renovierung dauerhaft zufriedenstellend sein konnte. So machte ich mir in den beiden ersten Jahren viele Gedanken und befragte auch einige Orgelbauer. Schließlich legte ich am 12. Mai 1991 einen ausführlichen Plan mit eigenen Zeichnungen zu einem neuen zweiteiligen Orgelprospekt mit zusätzlichem Rückpositiv und einer Disposition von 56 Registern auf 4 Manualen und Pedal vor. Zum Zustand der Orgel erläuterte ich dabei:

„Der gegenwärtige mangelhafte Zustand der Orgel ist aber nicht nur auf Ab­nutzungserscheinungen, sondern (freilich zu geringerem Teil) auch auf eine mittlerweile überholte Bauweise zurückzufüh­ren. So kommt es vor, daß sich (besonders bei Temperaturen über 20°C) die Bleikondukten, die die Membranen der beiden Hauptwerksladen verbinden, derart durchbiegen, daß die hintere Lade nicht mehr anspricht; daß (selten) ein Kegel derart schräg herunterfällt, daß er beim nächsten Anschlag hängenbleibt, sowie daß die An- und Ab­sprache der Ventile bei schnellen Stücken störend unge­nau ist. Gravierender wirkt sich heute der Verschleiß der elektrischen Tastenkontakte aus, der dazu führt, daß sich häufig Wackelkontakte einstellen, besonders bei den Koppeln, sodaß auch bei eingeschalteten Kop­peln manche Töne nur selten oder gar nicht angekoppelt sind. Auch gibt es wieder einige Membranen, deren Leder undicht geworden ist - eine natürliche Verschleißerschei­nung dieses Systems, die in der näch­sten Zeit wahrscheinlich immer häufiger auftreten wird, und die dazu führt, daß die betroffenen Töne entweder unzureichend Wind bekommen und schließ­lich gar nicht mehr ansprechen, oder plötzlich un­erwartet hängenbleiben (so z.B. in der letzten Osternachtfeier).“
Zum Konzept schrieb ich: „Es ist aber sicher nicht sinnvoll, die Orgel nur "ganz auf Schleifladen umzu­stellen", wie dies vor Jahren, seit dem Einbau der ersten Schleiflade im Positiv, geplant war, denn auch in anderen Punkten ist dieses vor 50 Jahren gebaute Instrument nicht gut. Diese Orgel besitzt nämlich gar kein Gehäuse, was dazu führt, daß sich einerseits mehr Staub als nötig in den Pfeifen an­sammelt und darüberhinaus der Klang zuerst ungerichtet nach allen Seiten und gegen die Decke austritt bevor er beim Hörer relativ undeutlich ankommt. Die offene Bau­weise ist typisch für die erste Hälfte unseres Jahrhunderts, in der man die Bedeutung des Gehäuses (wie auch der Schleierbretter und der Terzaufstellung der Pfeifen) vollkommen vergessen hatte - heute würde sicher kein Orgelbauer so bauen.

Auch was das Material der Pfeifen angeht, ist die Orgel ein Kind ihrer Zeit, denn neben Holz und Zinn-Blei-Legierungen fand sehr häufig Zink Verwendung. Obwohl man heute oft die Meinung hört, daß dieses Material wegen seiner größeren Härte nicht schön und rund klingen könnte, ist
es bei unserer Orgel dem Intonateur gelungen, diese Pfeifen hervorragend zum Klingen zu bringen. Überhaupt ist die sehr gute Intonation der Pfeifen, auch wenn man die Orgel mit neuen, anerkannt vorbildlichen Instrumenten vergleicht, besonders hervorzuheben. Daher wäre es sehr zu wünschen, daß man den allergrößten Teil der Pfeifen beim Umbau übernehmen sollte, um weiterhin diesen guten Klang genießen zu können.

Schließlich möchte ich noch erwähnen, daß der Schweller nicht schließt und daher eine sehr geringe Wirkung hat und daß in der Windlade des Positivs einige Geräusche auftreten, die sehr stören: verschiedene Schleifen knallen beim Ein- und Ausschalten laut, bei manchen Akkorden vibriert eine Schleife derart, daß es klingt wie eine Autohupe und im Windkanal ertönt ein langes lautes Knarren, wenn nach Ausschalten des Motors der Winddruck nachläßt.
   
Im heutigen Orgelbau gilt es zu Recht als selbstverständlich, daß man bei einem Neubau Schleifladen und, soweit möglich, mechanische Traktur baut. Dies ist sowohl das bei weitem am wenigsten störanfällige System - es gibt viele Orgeln bei denen es über Jahrhunderte einwandfrei funktioniert - als auch das künstlerisch wertvollste. Nur bei mechanischer Traktur fühlt der Organist die Ventilöffnung und hat so einen unmittelbaren Einfluß auf die Ansprache der Pfeifen.

Um nun aufzuzeigen, wie es möglich sein könnte, alle diese Kriterien zu berücksichtigen und darüberhinaus auch unter Beibehaltung der alten Prospekt­pfeifen einen brauchbaren Prospekt zu finden, habe ich selbst die beigegebenen Zeichnungen erstellt. Sie zeigen unter anderem, wie trotz optimaler Aufstellung des Spieltisches eine relativ direkte mechanische Traktur für Hauptwerk, Schwellwerk und Rückpositiv möglich ist.

Da es für größere Werke der Orgelmusik und für größere Gottesdienste nötig ist, schnell viele Register wechseln zu können, ist der Einbau von elektrischen Kombinationen notwendig. Ebenso ist für die Chorbegleitung und gewisse Orgelliteratur (z.B. Reger) die Walze wichtig. Neben mechanischen Koppeln, die besonders bei langsamen Stücken die beste Gestaltungsmöglichkeit bieten, sollten zugunsten einer guten Spielbarkeit schneller, virtuoser Werke auch elektrische Koppeln eingebaut werden. Werden diese wie vorgese­hen zu einem anderen Manual geführt, so ergibt sich gleichzeitig ein inter­essanter Zuwachs an Gestaltungsmöglichkeiten.

Die bisherige Disposition der Orgel ist etwas einseitig auf deutsche Orgel­musik ausgerichtet. Damit man auch die mittlerweile sehr geschätzte franzö­sische Orgelmusik gut darstellen kann, ist eine Ergänzung durch dafür typische Stimmen wie Cornette und Trompeten notwendig. Mit dem Untersatz 32', der für leise Stellen einen besonderen Effekt gibt, sich aber auch bei stärkeren Registrierungen bemerkbar macht - ein Register, das sowohl für Bach, als auch für romantische Musik wichtig ist - würde die Basis im Pedal wesentlich gewinnen. Eine interessante technische Bereicherung ist schließlich ein MIDI-Anschluß, durch den die Orgel an ein Keyboard angeschlossen und so in besonderen Fällen von unten aus gespielt werden kann.“
   
Weitere Planung mit Prof. Möller und Orgelbauer Kreienbrink
Nachdem in den folgenden Jahren klar wurde, dass Pastor Franssen und der Kirchenvorstand keine Vergrößerung und auch keine Veränderung des Orgelprospekts haben wollten, schrieb der Orgelsachverständige der Erzdiözese Köln, Prof. Hans-Dieter Möller am 11. März 1995 in einem Brief an die Kirchengemeinde: „Im November des vergangenen Jahres habe ich die Orgel Ihrer Pfarrkirche einer Überprüfung unterzogen. Das Instrument befindet sich in einem außerordentlich schlechten Zustand und bedarf dringend einer gründlichen Instandsetzung... Die einzig sinnvolle Instandsetzungsmaßnahme dürfte in einem technischen Neubau bestehen, bei dem möglichst viel brauchbares Pfeifenmaterial der derzeitigen Orgel beibehalten wird. Der Unterzeichner schlägt Ihnen die Vergabe eines Planungsauftrags vor, der die solide Grundlage für den Orgelumbau bilden soll. Zur Erstellung desselben empfehle ich Ihnen die Kontaktaufnahme mit Herrn Orgelbaumeister Joachim Kreienbrink, der das Orgelwerk schon bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Ihrem Kantor und dem Unterzeichner besichtigt hat.“

Nach einem entsprechenden Auftrag durch den Kirchenvorstand und nach mehreren weiteren Besprechungen legte Kreienbrink am 22. 8. 1997 seine „Planung für den Umbau“ der Orgel vor, die dann Grundlage einer durch Architekt Schwartzmanns betreuten Ausschreibung wurde. Vorgesehen war ein technischer Neubau mit 49 Registern auf Schleifladen, mechanischer Traktur und elektrischer Registersteuerung unter Beibehaltung des Prospekts und Wiederverwendung von etwa 80% der Pfeifen.

Im Rahmen dieser Ausschreibung legte die Orgelbaufirma Klais aus Bonn dann am 16. Juni 1998 ihren Kostenanschlag vor.

   
 
Vertrag mit Firma Klais, Bonn
Nach Genehmigung durch das Erzbistum Köln wurde der Orgelbauvertrag, den der Kirchenvorstand mit der Firma Klais geschlossen hatte, am 4. August 1999 rechtskräftig.

Kurz darauf erhielt die Kirchengemeinde einen Brief der Denkmalbe-hörde vom 24. August 1999, mit dem die Dreikönigenkirche und auch
die Orgel unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. Dies wurde zunächst von der Kirchengemeinde abgelehnt. Daraufhin fand am 28. Oktober 1999 im Pfarrhaus ein Gespräch statt, bei dem sich heraus-stellte, dass man bei der Denkmalbehörde von einem drohenden Abriss der Orgel ausgegangen war und nun positiv überrascht davon war, dass die Beibehaltung des Freipfeifenprospekts und eines großen Teils der Pfeifen vereinbart war. So einigte man sich darauf, dass die Dreikönigenkirche nun doch unter Denkmalschutz gestellt wurde, der Orgelbauvertrag aber nicht mehr verändert werden musste.

Pfarrer Karl Franssen der sich auch zu seinem 65. Geburtstag 1995 und ebenso zum 40 jährigen Priesterjubiläum 1999 als Geschenk Spenden, unter anderem „für die Kirchenrenovierung, insbesondere für die Orgel“, gewünscht hatte, starb überraschend am 28. März 2000. Auch in den Todesanzeigen stand: „Im Sinne des Verstorbenen bitten wir anstelle zugedachter Blumen und Kränze um eine Zuwendung für die Grundsanierung der Orgel von Hl. Dreikönige oder für das Missio-Projekt der Pfarre.“ Das Requiem wurde am 4. April unter großer Beteiligung von Kardinal Meisner gefeiert. Am 3. Dezember 2000 wurde Dr. Andreas Mersch, der vorher u.a. Domvikar am Kölner Dom war, als neuer Pfarrer in Hl. Dreikönige und in St. Pius X eingeführt.
 
Die alte Disposition: (1940) Die heutige Disposition:
Walcker-Orgel (1940) Neue Disposition (Klais 2002)

Positiv (II, C-g3)
1. Grobgedackt 8'
2. Quintadena 8'
3. Prinzipal 4'
4. Blockflöte 4'
5. Schwiegel 2'
6. Prinzipal 2' 
7. Terz 1 3/5'
8. Quinte 1 1/3'
9. Scharff 3-fach
10. Terzzymbel 3-fach
11. Dulcian 16'
12. Krummhorn 8'
13. Geigend Regal 4'
14. Koppel III-II
Positiv (II, C-a3, im Schweller)
1. Gedeckt 8' (alt 49)
2. Quintadena 8' (alt 2)
3. Gamba 8' (neu)
4. Prinzipal 4' (alt 3)
5. Spitzflöte 4' (alt 20)
6. Oktave 2' (alt 6)
7. Quinte 1 1/3' (alt 8)
8. Sesquialtera 2-fach (neu, entsprechend alt 56)
9. Scharff 3-fach 1' (neu, entsprechend alt 9)
10. Dulcian 16' (alt 11)
11. Krummhorn 8' (alt 12)
12. Regal 4' (alt 13)
13. Tremulant
   
Hauptwerk (I, C-g3)
14. Bordun 16'
15. Prinzipal 8'
16. Rohrflöte 8'
17. Holzflöte 8'
18. Dulciana 8'
19. Oktave 4'
20. Spitzflöte 4'
21. Quinte 2 2/3'
22. Oktave 2'
23. Mixtur 5-fach 2'
24. Quintzymbel 3-4-f, 1/2'
25. Fagott 16'
26. Trompete 8'
 
Hauptwerk (I, C-a3)
15. Bordun 16' (alt 14)
16. Prinzipal 8' (alt 15)
17. Rohrflöte 8' (alt 16)
18. Oktave 4' (alt 19)
19. Blockflöte 4' (alt 4)
20. Terz 3 1/5' (neu)
21. Quinte 2 2/3' (neu)
22. Superoktave 2' (alt 22)
23. Koppel II-I
24. Koppel III-I
25. Subkoppel III-I (elektrisch)
26. Superkoppel III-I (elektrisch)
27. Cornet 5-fach ab g0 (neu)
28. Mixtur 5-fach 1 1/3' (alt 23, von 1959)
29. Trompete 8' (neu)
30. Clairon 4' (neu)
   
Pedal (C-f')
27. Prinzipal 16'
28. Subbaß 16'
29. Gedecktbass 16'
30. Oktavbass 8'
31. Gedecktbass (=50) 8'
32. Choralbass 4'
33. Weitprinzipal (=55) 2'
34. Prinzipal (=53) 4'
35. Pedalmixtur 4-fach
36. Posaune 16'
37. Trompete 8'
38. Schalmei 4'
 
Pedal (C-g')
47. Untersatz 32' (C-H neu, Rest = Subbaß)
48. Prinzipal 16' (alt 27, im Prospekt)
49. Subbaß 16' (alt 28)
50. Oktavbaß 8' (alt 30)
51. Grobgedackt 8' (alt 1)
52. Choralbass 4' (alt 32)
53. Hintersatz 4-fach (alt 35)
54. Posaune 16' (alt 36)
55. Trompete 8' (alt 37)
56. Schalmei 4' (alt 38)
57. Koppel I-P
58. Koppel II-P
59. Koppel III-P
   
Schwellwerk (III, C-g3)
48. Flötenprinzipal 8'
49. Bordun 8'
50. Nachthorn 8'
51. Aeoline 8'
52. Vox coelestis 8'
später: Nasard 2 2/3'
53. Spitzflöte 4'
54. Ital.Prinzipal 4'
55. Oktavflöte 2'
56. Sesquialtera 2-fach
57. Sifflöte 1'
58. Hintersatz 4-fach
59. Oboe 8'


 
Schwellwerk (III, C-a3)
31. Gedeckt 16' (alt 29+50)
32. Flötenprinzipal 8' (alt 48)
33. Holzflöte 8' (alt 17)
34. Dulciana 8' (alt 18)
35. Vox coelestis 8' (alt 51, ab c0)
36. Ital. Prinzipal 4' (alt 54)
37. Flöte 4' (alt 53)
38. Nasard 2 2/3' (alt 21)
39. Schwiegel 2' (alt 5)
40. Terz 1 3/5' (alt 7)
41. Sifflöte 1' (neu)
42. Ripieno 4-fach (neu, entsprechend alt 58)
43. Fagott 16' (alt 25+59)
44. Trompete 8' (neu)
45. Oboe 8' (alt, von Klais, 1930)
46. Tremulant
   
Elektrische Traktur, Taschenladen, Membranladen, 
Kegellade, eine Schleiflade. Elektrische Registratur
mit Handregister, 2 freien Kombinationen, Walze,
2 Pedalkombinationen,
Zungeneinzelabsteller.
Mechanische Traktur, Schleifladen (Ausnahmen: Prospektpfeifen,
Nr. 47-50, große Oktave von Nr. 15 elektrisch betätigt)
Die 6 Normalkoppeln sind umschaltbar von
 mechanischer auf elektrische Betätigung.
Elektrische Registratur mit Setzerkombinationen (4 x 512)
Walze mit 4 Einstellungen, Zungeneinzelabsteller, Registerfessel
   
   

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