Sankt Goarshausen, Deutschland (Rheinland-Pfalz) – Evangelische Kirche

Foto’s und Text: © Markus Frank Hollingshaus

Die Orgel wurde 1863 von Christian Friedrich Voigt (1803-1868) aus Igstadt bei Wiesbaden mit mechanischen Schleifladen erbaut, im selben Jahr wie die Kirche, die von Eduard Zais geplant und am 2. Juli 1863 feierlich eingeweiht wurde.
1878, 1891, 1900, 1924 und 1926 erfolgten kleinere Reparaturen der Orgel, dabei wurde im 2. Manual anstelle der Traversflöte eine 2´-Flöte aus abgeschnittenen Pfeifen einer anderen Orgel eingesetzt.
Von 1957 bis 1974 erfolgten einschneidende Veränderungen durch die Firma Kemper aus Lübeck. Dabei wurden der Pedalumfang bis e1 erweitert, zwei Pedalregister hinzugefügt, alle Streicher durch andere Register ersetzt, der Winddruck gesenkt sowie die Intonation verändert.

Im Jahre 1863 baute Christian Friedrich Voigt (1803-1868) aus Igstadt bei Wiesbaden die neue Orgel in der gerade fertiggestellten Kirche ein. Sie erhielt 18 Register auf zwei Manualen und Pedal mit mechanischen Schleifladen.
Weitere, etwa gleichgroße Instrumente von Christian Friedrich Voigt stehen in dieser Gegend in Nastätten (Evang. Kirche, die Orgel ist leider stark verändert) und Eltville-Erbach (Evang. Johanniskirche; diese Orgel ist hervorragend restauriert).
Die Voigt-Orgel in der Evang. Johanniskirche in Eltville-Erbach stammt aus dem gleichen Jahr. Sie verfügt auch über eine fast identische Disposition. Das Instrument wurde von der Firma Förster & Nikolaus (Lich/Hessen) mustergültig restauriert, wobei verlorengegangene Register rekonstruiert wurden.

DISPOSITION
Windladen, Gehäuse, Trakturen, Spielschrank, Manubrien, Manualobertasten und Teile des Pfeifenwerks sind original erhalten.
Die Orgel wurde im Jahr 2006 von der Meisterwerkstätte für Orgelbau Rainer Müller aus Merxheim in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Als Berater waren tätig: Prof. Dr. Reinhardt Menger, Dr. Wolfgang Meister und Dr. Markus Frank Hollingshaus.
Die Einweihung geschah am 1. Advent 2006.
Mehr Info: http://www.hollingshaus.de

Hauptwerk: (I; C-f3)
Bordun 16  Voigt, Holzpfeifen
Principal 8 teilweise im Prospekt (Zinkpfeifen, mit Aluminiumbronze gespritzt), Rest Voigt; übrige Prospektpfeifen (in den Zwischenfeldern) stumm
Gedackt 8 Voigt, im Baß Holzpfeifen
Violadagamba 8 Voigt, wieder angelängt
Octave 4 Voigt
Flöte 4 Voigt; Metall, gedackt
Quinta 3 Voigt
Octave 2 Voigt
Mixtur 4fach 2´ etwa die Hälfte der Originalpfeifen vorhanden, Rest rekonstruiert
Trompete 8 historischer Bestand der Fa. Müller (19. Jahrhundert, Weigle)
Unterwerk: (II, C-f3)
Klangaustritt zwischen Pedal und Hauptwerk

Lieblich Gedackt 8 Holzgedackt, Voigt
Salicional 8 historischer Bestand der Fa. Müller (19. Jahrhundert), C-f° Holzgedackt
Flötedraver 4 Birnbaum, nicht überblasend, durch Fa. Müller rekonstruiert
Gemshorn 4 konisch, Voigt
Cornett 2-3fach 2 2/3  durch Fa. Müller rekonstruiert, ab c1 mit Terz
1 3/5´

   
Pedal: (C-c1)
reduziert auf den ursprünglichen Umfang C-c1, hinter dem Gehäuse
Subbaß 16 Voigt
Oktavbaß 8 Voigt; Holz
Violon 8 Holz, muß noch rekonstruiert werden
Koppeln: I+II, P+I; Ventilkoppel
Vulstem Samenstelling
Mixtur 4 fach (Hauptwerk( C: 2′ – 1 1/3′ – 1′ – 2/3′. c°: 2 2/3′ – 2′ – 1 1/3′ – 1′. c’: 4′ – 2 2/3′ – 2′ – 1 1/3′. c”: 5 1/3′ – 4′ – 2 2/3′ – 2′.
Cornet 2-3 fach (Positiv) C: 2 2/3′ – 2′. c’: 2 2/3′ – 2′ – 1 3/5′.