Stolzenau, Evangelisch-Lutherische Sankt Jakobikirche

Foto’s und Info: Uwe Döschner

Die Paul – Ott – Orgel aus 1957 in der Stolzenauer St. Jacobi-Kirche ist das zweitgrößte Instrument im Kirchenkreis Stolzenau – Loccum. Sie hat 32 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. In ihrer Disposition ist sie typisch norddeutsch – barock ausgerichtet und somit ein für die Region
sehr typisches Instrument. Der norddeutsche Orgelbau ist besonders durch seine etwas herben Klangfarben geprägt. Dies wird an der Stolzenauer Orgel sehr deutlich. Ihr historischer Prospekt aus dem Jahre 1830/31 ist denkmalsgeschützt und architektonisch in einmaligem Einklang mit dem gesamten , ebenfalls denkmalsgeschützten Kircheninnenraum.
Natürlich hat die Orgel auch ihre ganz individuelle Funktion, z. B. in der Verkündigung im Rahmen der Gottesdienste sowie den Orgelandachten
und Konzerten.

Einen ganz besonderen Wert bekommt die Orgel auch im Rahmen der Ausbildung zahlreicher OrgelschülerInnen durch den Kreiskantor, die in der Hannoverschen Landeskirche den Organistennachwuchs bilden und bereits wertvollen Dienst als Vertretungsorganisten ausüben.

Da die Orgel ein Kind ihrer Zeit ist und mit zum Teil nicht sehr hochwertigen Materialien in der Nachkriegszeit gebaut wurde, ist eine grundlegende Sanierung erforderlich geworden. Man entschloss sich, den Auftrag an die Orgelbaufirma Rudolf Janke (Bovenden b. Göttingen) zu vergeben. Janke selbst war Schüler von Paul Ott. Im Jahre 2001 wurde das Instrument dann renoviert und umgebaut. So erhielt die Orgel z. B. eine dreistöckige Balganlage um das Pfeifenwerk mit lebendigem Wind zu versorgen. Außerdem wurden die Posaunenbecher erneuert, das Hauptwerk erhielt eine neue Oktave 2′ und das Oberwerk nun endlich auch eine Viola da Gamba 8′. Die Neuintonation der Orgel wurde von Intonateur
Jaques Hanss durchgeführt. Eine ausführliche Festschrift zur Wiedereinweihung am 28. Oktober 2001 erläutert im Detail den Umbau und gibt einen allgemeinen Überblick über die Geschichte des Stolzenauer Kantorats. Diese Festschrift kann im Kantorat angefordert werden.
Die Disposition:

Hauptwerk:
Quintadena 16
Principal 8
Gemshorn 8
Oktave 4
Dolzflöte 4
Quinte 2 2/3
Oktave 2
Mixtur 5-7f
Trompete 8
Schwellwerk:
Rohrflöte 8
Viola da Gamba 8
Principal 4
Hohlflöte 4
Oktave 2
Sifflöte 1 1/3
Scharf 4f
Sesquialtera 2f
Krummhorn 8
Tremulant
Brustwerk:
Gedackt 8
Spitzflöte 4
Blockflöte 2
Quinte 1 1/3
Zimbel 2f
Regal 8
4 Normalkoppeln
Zimbelstern
Pedal:
Subbass 16
Oktave 8
Gedackt 8
Oktave 4
Mixtur 4f
Posaune 16
Trompete 8
Clarine 4

Koppelingen: Hauptwerk – Schwellwerk, Hauptwerk – Brustwerk, Pedal – Hauptwerk, Pedal – Schwellwerk.
Speelhulpen: Zimbelstern, Sperrventil